FASZIENIERENDE Faszien

die Körperfaszie - ein Sinnesorgan! 

Zu den Faszien gehören alle kollagenen und elastischfaserigen Bindegewebe, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Bänder, Muskelhüllen, Membranen, Sehnen, Retinacula, sowie die "eigentlichen Faszien" -die flächigen, weißen, festen Bindegewebeschichten. 

Ein Fokussieren auf die Faszien hilft, die intuitive Körperintelligenz wieder zu entdecken und weiterzuentwickeln. Sie fungieren als propriozeptives Sinnesorgan und geben dem Körper (durch die vielen Rezeptoren) dynamisches Feedback über die Lage und die Position des Körpers im Raum und in der Bewegung. 


Nach den Erkenntnissen der neuesten Faszienforschung wissen wir, dass unsere Körperfaszien die Basis für körperliche Gesundheit und sportliche Leistungsfähigkeit sind. Sie sind an allen Bewegungen beteiligt, sei es Rennen, Laufen, Tanzen, Sprungbewegungen oder auch beim Dehnen. 

Wenn man sich nun vorstellt, dass der gesamte Körper - bis auf die Gesichtsflächen - von diesem Fasziennetz überzogen ist, so ist es leicht nachvollziehbar, dass Verdickungen oder Verkürzungen in diesem Netzwerk einen gravierenden Einfluss auf die übrigen Körperregionen haben. Wo auch immer Verdickungen auftreten, werden Verspannungen auch in andere Körperregionen weitergegeben und sind noch an den entferntesten Punkten spürbar.

Der Körper registriert etwaige Spannungsänderungen. Bei zu schnellen Zugbelastungen kommt es zur Verletzung (Riss) des Bindegewebes/der Faszie. Wird die Dehnung über einen längeren Zeitraum ausgeführt, kommt es zu einer langsamen, plastischen Deformation. Die Faszie verlängert sich und behält die Veränderungen bei. Dadurch kommt es zu Verdickungen des Bindegewebes. Der Körper möchte dem Zug etwas entgegensetzen, damit es nicht zu weiteren Rissen oder Verletzungen kommt. 

Durch chronische Fehlhaltungen kommt es zu dauerhaften Zug- oder Druckbelastungen auf die Muskulatur, die normalerweise für eine physiologische Haltung zuständig wäre. Die umgebende Faszienhülle der Muskulatur reagiert durch eine verstärkte Vernetzung der Faszien und so kommt es zur Thixotropie (Zunahme der Viskosität der umgebenden Flüssigkeit der Extrazellularsubstanz).

Durch Massagetechniken (Faszientechniken) und gezieltes, funktionelles Krafttraining kann das Gewebe wieder geschmeidig massiert und gestärkt werden. Je nach Ausprägungsgrad und Dauer der Fehlhaltungen kann die Fehlhaltung so reversibel sein.


Die Faszien ist also eine elastische Hülle, welche dem Körper seine anatomische Form gibt.
Ohne Faszien wäre nichts im Körper an seinem Platz. 

Bild: Schneiden Sie eine Orange und eine Paprika in der Mitte durch, dann sehen Sie nicht nur das Fruchtfleisch, sondern auch weiße Schichten. Bei der Orange sind es hauchdünne faserige Kompartment die sie in einzelne Stücke teilen, sie stützen und zusammenhalten. Ähnlich funktionieren die Myofascialen Strukturen unserer Muskulatur, die wiederum mit dem Periost (Knochenhaut) verbunden ist. Und visceral vergleichbar mit der Paprika, die unsere Organe an seinem Platz halten und so wiederum ein Verbindung zum gesamten Organismus herstellen.